Gauti

Gauti
Gauti im Schnee

Dienstag, 7. April 2015

The Grown Ups Are Talking, please don't interrupt!

Heute haben wir genau die Dinge geübt, die ich zuvor mit Michaela im Coaching erarbeitet habe. Es ist schön zu sehen, wie Gauti beginnt, meine Körpersprache zu lesen. Immer besser ist es ihm gelungen, in dem Moment anzuhalten, wo ich die Grown-Up Position eingenommen habe. Mal blieben wir dann  stehen, mal ging es aber schon wieder weiter und er wurde auch für ruhiges neben her gehen belohnt.

Damit es Gauti nicht allzu langweilig wurde, habe ich mich zwischendurch dann auch schräg vor ihn gestellt, wieder mit der Grown-Up Position und habe mit ihm "Happy Face" geklickert.

Abschließend durfte Gauti dann noch seine Lieblings-Pylone umschmeißen und wieder aufstellen.

Wir werden das "casually leading" auf jeden Fall außerhalb des Roundpen weiter üben, insbesondere auf den Weg vom und zum Putzplatz.

Sonntag, 5. April 2015

Coaching Tage

Viel zu schnell sind die beiden Coachingvormittage mit Michaela (www.clickertrainingpferde.com) vorbeigegangen. Michaela war mir sofort sympathisch und zudem hatten wir Glück mit dem Wetter. Zumal es den Tag davor und den Tag dazwischen sehr geregnet beziehungsweise auch geschneit hat und kalt war. So hatten wir also optimale Trainingsbedingungen.

Am Freitagmorgen sprachen wir zunächst über die aktuelle Situation, wie ich Gauti bekommen habe, welche Erfahrungen ich im Vorfeld hatte und all diese Dinge die insgesamt auch wichtig sind. Dann ging es schon los mit der Praxis. Ich wurde von Michaela zunächst genau beobachtet: ich zeigte ihr,  wie ich Gauti putze und wie ich in dieser Situation mit ihm umgehe. Nach dem Putzen kam schon die erste "Prüfung": ich führte Gauti runter zum Roundpen. Es hat super geklappt und ich habe mich sehr darüber gefreut. Im Roundpen ließ ich Gauti dann frei laufen, damit der sich erst mal austoben kann. Da unser Problem nach wie vor das Führen ist und Gauti immer noch davonstürmt, wollten wir auf jeden Fall daran arbeiten. Zudem wollte ich auch daran arbeiten, dass Gauti sein Futter sanfter von der Hand nimmt und solche Unfälle nicht mehr passieren, dass die halbe Hand von mir in seinem Maul verschwindet.
Michaela stellte fest, dass die Art, wie ich Gauti das Futter reiche, etwas ungeschickt ist. Das Futter richtig zu präsentieren bedeutet, dass ich stabil stehen muss und das Futter dort präsentiere, dass es Gauti direkt von der Hand auf wie auf einem flachen Teller nehmen kann. Mein Fehler ist, dass ich immer das Futter zu weit unten reiche und so mit der Hüfte einknicke und mich krumm mache. Dadurch verliere ich zu viel an Stabilität und Gauti beginnt, dem Futter "nachzujagen". Meine Aufgabe ist es also, die Füttertechnik noch mal intensiv zu üben. Hierzu musste ich als Hausaufgabe erneut die Videos von Alexandra aus dem ersten und zweiten Teil anschauen, einschließlich das Zurückfüttern.
Nach diesen ersten beiden Stunden am Freitag war ich ganz schön geplättet. Aber es hat riesig Spaß gemacht. Wir beschlossen, dass wir heute am Sonntag dann die Führtechnik gemeinsam üben und Michaela mir dafür die Stricktechnik erklärt, die eigentlich erst im zehnten Teil des Online-Kurses dran kommt.

Gleich vorweg: ich liebe die Stricktechnik jetzt schon. Die 3 Stunden Training heute sind wie im Flug an mir vorbeigerauscht. Trainingsinhalte waren: "The Grown ups are talking", Futtertechnik und Stricktechnik. Meine Karotten habe ich deutlich größer geschnitten. Allerdings benötige ich dafür jetzt mehr als die doppelte Menge, was aber nichts macht. Zudem habe ich mir eine neue Bauchtasche geleistet, in die ich jetzt viel leichter hinein greifen kann und einzelne Möhrenstücke gut greifen kann.
Die Stricktechnik fasziniert mich vollkommen. Auch finde ich es toll, wie man über die Körperhaltung und über fließende eindeutige Bewegungen für das Pferd so unglaublich deutlich werden kann. Sehr schnell hat Gauti verstanden, was er tun soll. Er ist sehr entspannt neben mir her gelaufen. Heute habe ich unglaublich viel Inspiration erfahren dürfen und weiß nun, wie ich mit Gauti weiter machen werde. Das Clickern ist für mich spätestens dieses Wochenende zu einer Basis im Training (Lebenseinstellung? Besseres Wort?) geworden und ich möchte Gauti auch später beim Reiten entsprechend clickerkonform ausbilden.

Ich freue mich jetzt schon auf ein weiteres Zusammentreffen mit Michaela. Am Schluss habe ich mir noch eine DVD (why would you leave me?) von Alexandra bei Michaela gekauft und ich bekam noch einen schönen roten Knackfrosch geschenkt, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Liebe Michaela, falls du das hier liest: ich möchte mich noch mal recht herzlich bei dir bedanken! Es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

Freitag, 27. März 2015

Freundschaftsantrag?

Nachdem in letzter Zeit der Weg zum Roundpen gut geklappt hat, war ich heute umso erstaunter, das Gauti heute so rumzickt. Mag sein, dass der Frühling gejuckt hat oder weil ein ander Isi im Roundpen  war. Es wurde also eine Herausforderung. Vor allem in dem Moment, wo wir dann am Roundpen vorbei gegangen sind. Und dann war da noch das verlockende Gras. Die Miteinstellerin wollte mir schon eine Gerte reichen, um Gauti nach vorne etwas abzubremsen. Doch ich weiß, dass grade in solchen Situationen eine Gerte auch nicht hilft und mir eher lästig ist (wobei ich absolut kein Gerten-Gegner bin!). Alles in allem also echt anstrengend. Und doch: mit Ruhe und Geduld brachte ich ihn dann auf der Ovalbahn immer wieder ganz kurz zum zuhören. Ich hab ihn belohnt, wenn er ruhig war und so schafften wir es dann tatsächlich nach einiger Zeit gradeaus zu gehen. Wurde er zu schnell, lief ich eine kleine Volte. Anfangs war das öfter notwendig, dann immer weniger. Und nach 2-3 Runden hatte ich ein halbwegs entspanntes Pferd an meiner Seite. Ich war stolz wie Bolle! Natürlich schielte er noch zum Gras... ABER: Er hat nicht ein einziges Mal rüber geschnappt! Das war erstaunlich! Was passiert denn da grade?

Nach diesen 2-3 Runden war der Roundpen leer und ich konnte mit Gaut hinein. Er durfte sich erst etwas austoben und kurz nach dem Handwechsel kam er zu mir rein. Er stellte mich schräg vor mich hin und senkte seinen Kopf so, dass ich ihn genau an der Stirn streicheln könnte, ohne mich vom Fleck bewegen zu müssen. Ich nahm seine Einladung an und er hielt still. Es war ganz ruhig um uns. Es war so ein magischer Moment! Er hat sich von mir noch nie gerne an der Stirn anfassen lassen. Und jetzt das! Wow.

Da Gauti es liebt mit den Pylonen zu spielen, bastelten wir weiter am "schmeiß um". Das hat er auch hervorragend gemacht und beißt inzwischen auch nicht mehr rein. Und dann ist ihm gelungen, die Pylone wieder aufzustellen! JACKPOT! Er hat bestimmt noch 3-4 mal die Pylone umgeschmissen und wieder aufgestellt... So gingen mir dann fast die Leckerli aus. Und es war ein guter Moment aufzuhören. 

Heimfahrt mit Dauergrinsen.

Dienstag, 24. März 2015

Dinge, die helfen

Freitag und Sonntag bin ich mit einem ganz anderen Bewusstsein zu Gauti. Ich habe mir nochmals ins Gedächtnis geholt, was und wohin ich will. Ich erinnerte mich nochmal ganz bewusst an all das, was ich ja schon gelesen habe: Schreien, am Halfter zerren, mit dem Strick Abwehren... alles Dinge, die nicht funktionieren. Die Alternative: ruhig bleiben, ignorieren, ggf. Abwenden, wenn möglich. 

Interessant war, dass Gauti mich gar nicht erst herausgefordert hat. Wir machten bisschen Führen in Stellung, er durfte davor natürlich frei laufen und wir clickerten das Nasentarget. Die Futtergabe klappt sehr gut und ich mache sie jetzt auch sehr achtsam. D.h. In seinem Bereich, immer am Halfter, ganz flache Hand. Ich bin sicher, dass wir das noch hin bekommen.

Da ich immer noch Blasen an den Fersen habe, verzichte ich aufs spazieren gehen. Aber auch, weil er grade dort Stress bei mir auslöst, weil er so zügig vorwärts läuft, anstatt schön neben mir her (was er aber kann!). Deswegen richte ich alle Übungen auch grade danach aus, dass er a) Abstand hält und b) in meiner Höhe neben mir geht. Am Karfreitag und Ostersonntag werde ich gecoacht, dann seh ich weiter.

Ich glaube, dass Gauti aus zwei Gründen schnappt: Wenn ich zu dicht neben ihm laufe oder wenn er seiner Meinung nach was echt gut gemacht hat und ich das nicht honoriert habe. Das Zweite kann ich ihm vermutlich mit sturer Ignoranz abgewöhnen. Das Erste muss ich mal noch beim Coaching hinterfragen.

Dienstag, 17. März 2015

Schöner Feierabend

Nach der Arbeit ging es zu Gauti. Ich war immer noch gefrustet. Die Blasen an den Fersen tun weh, vom verstauchten Finger ganz zu schweigen. Doch kaum, dass mich Gauti um die Ecke kommen sieht, spitzt er die Ohren und steht erwartungsvoll hinten im Paddock (Luftlinie 50 Meter) und rührt sich ab da keinen cm mehr, bis ich bei ihm bin. Dazwischen wird aber noch das Futter gerichtet, die Putzkiste rausgestellt, etc. Und Gauti wartet... Wenn ich ihn dann holen gehe, ist aller Frust Vergangenheit. Und vielleicht haben wir beide ja wieder was dazu gelernt.

Ich habe heute sehr genau auf die Futtergabe geachtet. Fast immer hat er das Futter nur mit den Lippen und vorsichtig genommen. Dafür hab ich ihn gelobt. Und ich bin sehr bewusst sehr ruhig geblieben. Erst im Paddock unten wurde er zeitweise etwas ungestüm. Ich hatte allerdings erst da ein Problem, als ich ihn lobte, als er gar kein Halfter um hatte. Jetzt könnte ich ihn ja gar nicht übers Halfter abbremsen! So stellte ich mich kurzerhand neben ihn und nahm seinen Kopf in Arm und hielt ihn an der Nase. Das hat er absolut akzeptiert. 

Apropos Nase: Heite übten wir das Nasentarget. Hat schon gut geklappt, da geht aber noch was. 

Hab ihn echt so lieb <3

Sonntag, 15. März 2015

Frühlingsgefühle!?

Habe schon länger nichts mehr geschrieben. Zum einen blieb auch ich nicht von der Schnupfennase verschont und zum andern kam ich etwas in Zeitmangel, weil mich das Futterthema sehr beschäftigt hat und mir keine Ruhe ließ. Aber jetzt ist wieder gut.

Ich hab schon überlegen müssen, welchen Titel ich heute wähle: "Frühlingsgefühle"? "Blessuren"? Oder doch besser "Frustrationstoleranz"? Da "Frühlingsgefühle" wenigstens ein bisschen noch positiv sind, entschied ich mich als grundlegend positiv denkender Mensch für die letztere Variante.

Gauti hat mich heute echt an meine Grenzen gebracht. Er hat es geschafft, dass ich wütend wurde und ihn angeschrien habe. Meine Geduld war einfach am Ende. Dabei fing alles so super an. Kein Putzproblem mehr und wir sind zum zweiten Mal runter zum Roundpen ohne Hütchen und er lief einfach neben mir her. Nachdem er sich bisschen austoben durfte, machte ich den Kappzaum um und wir übten ein bisschen "Führen in Stellung". Nur paar Minuten, weil ich mich selbst ja auch noch nicht so geschickt anstelle. Wir müssen eben immer beide lernen.
Anschließend sind wir zum spazieren gehen aufgebrochen. Der Weg am Silo vorbei klappt auch schon richtig gut. Allerdings eilt er die meiste Zeit halt voraus, mag nicht langsam laufen. Und das ist der Punkt, wo ich ich mich stressen lasse, weil es halt echt nervig ist. Aber im Großen und Ganzen bleibe ich da inzwischen gelassen und belohne dafür entspanntes Gehen an meiner Seite. Auch diese Phasen gibt es Gott sei Dank. Alleine schon, dass er jetzt immer mehr entspannt, wenn wir am Putzplatz sind und wie er inzwischen zum Roundpen mitkommt, zeigt mir ja, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Unterwegs habe ich entschieden, eine etwas größere Runde zu gehen und glaubte, den Weg schon zu finden. Doch dann hab ich mich verlaufen. Wir gingen durch den Wald und ganz grob ahnte ich schon die Richtung in die wir gehen mussten. Allerdings wurde die "etwas weitere" Runde dann noch weiter ;) Aber Gauti hatte irgendwie Spaß, so mitten durch den Wald zu spazieren. Dumm war nur,
dass ich zum ersten Mal meine neuen Sommerstiefeletten an hatte. Die sind durchaus bequem, aber
wenn halt der Fuß im Schuh aufgrund des unwegsamen Geländes hin und her rutscht, bleiben Blasen nicht aus.... Auuuua
  

Also zweimal Blase eingefahren. Wie gut, dass Gauti die meiste Zeit ruhig neben mir her ging! So kamen wir irgendwann wieder in alt bekanntes Gelände und als wir zu dem Abschnitt kamen, wo es deutlich wieder heimwärts ging, überkamen Gauti plötzlich Frühlingsgefühle. Ich mein, ich hab das ja noch nie so erlebt. Aber ich hatte plötzlich ein ganz anderes Pferd am Ende des Stricks! Er quietschte, wieherte, schüttelte den Kopf und bockte rum. Ich hatte wahre Mühe, ihn zu halten. Ich dachte nur, wie ich den jetzt so Heim früheren sollte... Und das aus dem Nichts. Da bahnte sich also der erste Konflikt an. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich durchzusetzen und ihm klar zu machen, dass wir jetzt mal schön weiter gehen. Nach ein paar Meter hatte ich die Lage wieder im Griff und etwas angespannt ging ich weiter. Und ZACK! Aus heiterem Himmel schnappte er rüber und mir in Oberarm (ich verzichte hier jetzt auf das Blessurenfoto). Ich hatte nur ein T-Shirt an und so trafen mich seine Zähne ungehindert. Ich würde ziemlich sauer und schimpfte ihn. Er ging dann wieder artig neben mir her. Schön bei mir, alles wunderbar. Ich war immer noch sauer. Dann kam mir in Sinn, dass das blöd ist, wenn ich jetzt so emotional geladen bin. Wir hielten an und ich schnaufte durch, versuchte mich runter zu bringen. So gingen wir wieder los und weil er jetzt echt super war,
gab es Click und.......... Meine halbe Hand zwischen seinen Zähnen. Er hat wieder so gierig nach der Karotte geschnappt, dass meine Hand wieder mit dabei war. 
Ich denke, es war ihm unmittelbar danach sehr bewusst, was er gemacht hat, denn wie beim letzten Mal auch, ging er dann wie ein Lämmchen an meiner Seite, bis wir zu Hause waren. Ich musste schwer mit den Tränen kämpfen und stellte mir die Frage, wie ich so weiter machen soll. Ich weiß nicht, aber vielleicht ist mein kleiner Finger auch angeknackst. Bewegen geht nicht mehr.

Ich werde ihn also tatsächlich nur noch am festgehaltenen Halfter füttern dürfen und das ist schade, denn ein grade heute am Putzplatz hat er mir gezeigt, wie wohl erzogen er seine Karotten nehmen kann. Das Füttern am festgehaltenen Halfter ist kompliziert, benötigt zwei Hände und er verdreht dann immer sein Kopf.

Ich geh jetzt erst mal Wunden versorgen.