Habe schon länger nichts mehr geschrieben. Zum einen blieb auch ich nicht von der Schnupfennase verschont und zum andern kam ich etwas in Zeitmangel, weil mich das Futterthema sehr beschäftigt hat und mir keine Ruhe ließ. Aber jetzt ist wieder gut.
Ich hab schon überlegen müssen, welchen Titel ich heute wähle: "Frühlingsgefühle"? "Blessuren"? Oder doch besser "Frustrationstoleranz"? Da "Frühlingsgefühle" wenigstens ein bisschen noch positiv sind, entschied ich mich als grundlegend positiv denkender Mensch für die letztere Variante.
Gauti hat mich heute echt an meine Grenzen gebracht. Er hat es geschafft, dass ich wütend wurde und ihn angeschrien habe. Meine Geduld war einfach am Ende. Dabei fing alles so super an. Kein Putzproblem mehr und wir sind zum zweiten Mal runter zum Roundpen ohne Hütchen und er lief einfach neben mir her. Nachdem er sich bisschen austoben durfte, machte ich den Kappzaum um und wir übten ein bisschen "Führen in Stellung". Nur paar Minuten, weil ich mich selbst ja auch noch nicht so geschickt anstelle. Wir müssen eben immer beide lernen.
Anschließend sind wir zum spazieren gehen aufgebrochen. Der Weg am Silo vorbei klappt auch schon richtig gut. Allerdings eilt er die meiste Zeit halt voraus, mag nicht langsam laufen. Und das ist der Punkt, wo ich ich mich stressen lasse, weil es halt echt nervig ist. Aber im Großen und Ganzen bleibe ich da inzwischen gelassen und belohne dafür entspanntes Gehen an meiner Seite. Auch diese Phasen gibt es Gott sei Dank. Alleine schon, dass er jetzt immer mehr entspannt, wenn wir am Putzplatz sind und wie er inzwischen zum Roundpen mitkommt, zeigt mir ja, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Unterwegs habe ich entschieden, eine etwas größere Runde zu gehen und glaubte, den Weg schon zu finden. Doch dann hab ich mich verlaufen. Wir gingen durch den Wald und ganz grob ahnte ich schon die Richtung in die wir gehen mussten. Allerdings wurde die "etwas weitere" Runde dann noch weiter ;) Aber Gauti hatte irgendwie Spaß, so mitten durch den Wald zu spazieren. Dumm war nur,
dass ich zum ersten Mal meine neuen Sommerstiefeletten an hatte. Die sind durchaus bequem, aber
wenn halt der Fuß im Schuh aufgrund des unwegsamen Geländes hin und her rutscht, bleiben Blasen nicht aus.... Auuuua
Also zweimal Blase eingefahren. Wie gut, dass Gauti die meiste Zeit ruhig neben mir her ging! So kamen wir irgendwann wieder in alt bekanntes Gelände und als wir zu dem Abschnitt kamen, wo es deutlich wieder heimwärts ging, überkamen Gauti plötzlich Frühlingsgefühle. Ich mein, ich hab das ja noch nie so erlebt. Aber ich hatte plötzlich ein ganz anderes Pferd am Ende des Stricks! Er quietschte, wieherte, schüttelte den Kopf und bockte rum. Ich hatte wahre Mühe, ihn zu halten. Ich dachte nur, wie ich den jetzt so Heim früheren sollte... Und das aus dem Nichts. Da bahnte sich also der erste Konflikt an. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich durchzusetzen und ihm klar zu machen, dass wir jetzt mal schön weiter gehen. Nach ein paar Meter hatte ich die Lage wieder im Griff und etwas angespannt ging ich weiter. Und ZACK! Aus heiterem Himmel schnappte er rüber und mir in Oberarm (ich verzichte hier jetzt auf das Blessurenfoto). Ich hatte nur ein T-Shirt an und so trafen mich seine Zähne ungehindert. Ich würde ziemlich sauer und schimpfte ihn. Er ging dann wieder artig neben mir her. Schön bei mir, alles wunderbar. Ich war immer noch sauer. Dann kam mir in Sinn, dass das blöd ist, wenn ich jetzt so emotional geladen bin. Wir hielten an und ich schnaufte durch, versuchte mich runter zu bringen. So gingen wir wieder los und weil er jetzt echt super war,
gab es Click und.......... Meine halbe Hand zwischen seinen Zähnen. Er hat wieder so gierig nach der Karotte geschnappt, dass meine Hand wieder mit dabei war.
gab es Click und.......... Meine halbe Hand zwischen seinen Zähnen. Er hat wieder so gierig nach der Karotte geschnappt, dass meine Hand wieder mit dabei war.
Ich denke, es war ihm unmittelbar danach sehr bewusst, was er gemacht hat, denn wie beim letzten Mal auch, ging er dann wie ein Lämmchen an meiner Seite, bis wir zu Hause waren. Ich musste schwer mit den Tränen kämpfen und stellte mir die Frage, wie ich so weiter machen soll. Ich weiß nicht, aber vielleicht ist mein kleiner Finger auch angeknackst. Bewegen geht nicht mehr.
Ich werde ihn also tatsächlich nur noch am festgehaltenen Halfter füttern dürfen und das ist schade, denn ein grade heute am Putzplatz hat er mir gezeigt, wie wohl erzogen er seine Karotten nehmen kann. Das Füttern am festgehaltenen Halfter ist kompliziert, benötigt zwei Hände und er verdreht dann immer sein Kopf.
Ich geh jetzt erst mal Wunden versorgen.

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