Gauti

Gauti
Gauti im Schnee

Samstag, 16. Mai 2015

Ein Meilenstein...


Nach so langer Zeit des Trainings habe ich es heute gewagt, mit Gauti wieder spazieren zu gehen. Nach dem putzen habe ich ihn einfach genommen, und bin mit ihm los gelaufen. Er ging noch etwas zögerlich an der Bio-Gas-Anlage vorbei, doch mit entsprechendem "Ropehandling" ist es mir gelungen, dass er immer wieder schnell auf mich geachtet hat. An Stellen, wo er früher er sehr nervös war, ist er heute sehr entspannt vorbeigegangen. Ich habe ihn überwiegend am längeren Seigeführt und er hat das mit Bravour gemeistert. Selbst an Wiesen, die noch nicht gemäht wurden, ist er größtenteils vorbei gelaufen und ich musste nur wenig korrigieren. Gegen Ende unseres Spaziergangs durfte er, nach dem er sich einen Kick verdient hat, anstelle einer Möhre etwas Gras fressen.

Das Highlight war jedoch, als eine Radfahrerin von hinten an uns vorbei fuhr und Gauti nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat. Selbst dann nicht, als sie wieder umdrehte und uns wieder entgegen fuhr. Auch zwei Autos konnten ruhig an uns vorbei fahren, ihn hat es nicht gestört. Das war ein tolles Erlebnis.


Das Einzige, was ihn noch etwas anspannt, sind Brücken die über kleine Bäche gehen und er dann drüber soll. 

Jedenfalls war der gesamte Spaziergang sehr, sehr entspannt. Gauti rennt längst nicht mehr so eilig vor, und wenn er doch etwas schneller wurde, konnte ich ihn problemlos wieder auf mich und mein Tempo aufmerksam machen. Ach, was bin ich glücklich. Jetzt sind wir ein großes Stück weiter und ich freue mich drauf, wenn wir die Spaziergänge ausdehnen. Aber das nächste Mal ziehe ich meine Joggingschuhe an! Ich hab schon wieder Blasen! Dieses Mal aber von den anderen Reitschuhen... Aua!

Das alles habe ich dem Clickertraining zu verdanken. Sicher wäre es mit einer anderen Methode auch gegangen und vielleicht sogar schneller. Aber Clickern ist mein Weg. Hier bin ich authentisch. Und inzwischen sind wir auf einem Traingsniveau angelangt, wo Gauti enorm schnell lernt!

Sonntag, 3. Mai 2015

Trainingsfortschritte

Endlich komme ich wieder dazu, über Gauti und unsere Trainingsfortschritte zu berichten. Ich muss sagen, wir haben sehr große Fortschritte gemacht:

Er steht mittlerweile ruhig am Anbindeplatz und lässt sich von mir putzen und wenn ich die Seite wechsle, benötige ich maximal das Wort "rüber" und Gauti geht ein Sück zur Seite, so dass ich auch dort putzen kann. Nur manchmal ist er noch etwas ungeduldig und scharrt mit den Hufen.

Den Weg runter zum Roundpen können wir inzwischen recht gelassen nebeneinander her gehen. Jetzt im Frühling zieht es ihn allerdings stark zum Gras hin. Es bedarf aber nur ein kleines Zupfen am Strick, und er lässt davon ab.

Wir sind jetzt inzwischen ständig dabei, die sechs Basisübungen zu trainieren. Die Basisübungen sind:

Head Lowering
The Grown Ups Are Talking, please don't interrupt
Backing
Happy Face
Targeting
Stand on a mat


Daneben gibt es noch sechs Trainingstechniken:

Targeting
Freeshaping
Capturing
Molding
Modeling
Pressure an realise of pressure

Da gilt es zunächst einmal erst die Theorie zu lernen. Das geht über den Onlinekurs von Alexandra Kurland. Das heißt, ich nehme mir nicht nur die Zeit direkt bei Gauti zu sein, sondern ich habe auch zu Hause viel zu lernen! Dieses Lernen nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch, wie die Zeit direkt beim Pferd. Aber es macht auch viel Spaß, Neues und Bekanntes neu zu lernen und einen 
tiefen Einblick in die Trainingstheorie zu bekommen. Am liebsten lerne ich mit Kärtchen, auf die ich die zu lernenden Dinge schreibe. So wie auf diesem Foto:

Die Aufgabe ist, jede Basisübung mit zwei verschiedenen Trainingstechniken auszuprobieren. Heute habe ich mit Gauti das Backing geübt. Backing kennt er schon, das habe ich ihm mit Tippen auf seine Brust beigebracht (pressure). Auf jede Zahl beim Rückwärtszählen geht er einen Schritt zurück. Ich stehe dabei umgedreht seitlich von ihm. Mittlerweile muss ich ihn gar nicht mehr antippen, er hat gelernt, mich zu lesen :o). Heute stellte ich mich in der gleichen Blickrichtung neben ihn und machte ihm das Rückwärtsgehen vor (Modeling). Ich habe ihn dann bei der kleinsten Gewichtsverlagerung nach hinten geklickt. Nach 3-4 Mal hatte er es kapiert. Ich habe es noch bisschen leichter gemacht, indem ich auch da die Schritte rückwärts gezählt habe. Das Ziel ist, dass er mit mir zusammen so lange rückwärts geht, bis ich stehen bleibe. Das machen wir nächstes Mal :o)

Ach, ich könnte noch so viel von unserem Training erzählen. Aber das würde meinen zeitlichen Rahmen sprengen. Viel lieber investiere ich in das Lernen vom Kurs und in das Training mit Gauti.






Dienstag, 7. April 2015

The Grown Ups Are Talking, please don't interrupt!

Heute haben wir genau die Dinge geübt, die ich zuvor mit Michaela im Coaching erarbeitet habe. Es ist schön zu sehen, wie Gauti beginnt, meine Körpersprache zu lesen. Immer besser ist es ihm gelungen, in dem Moment anzuhalten, wo ich die Grown-Up Position eingenommen habe. Mal blieben wir dann  stehen, mal ging es aber schon wieder weiter und er wurde auch für ruhiges neben her gehen belohnt.

Damit es Gauti nicht allzu langweilig wurde, habe ich mich zwischendurch dann auch schräg vor ihn gestellt, wieder mit der Grown-Up Position und habe mit ihm "Happy Face" geklickert.

Abschließend durfte Gauti dann noch seine Lieblings-Pylone umschmeißen und wieder aufstellen.

Wir werden das "casually leading" auf jeden Fall außerhalb des Roundpen weiter üben, insbesondere auf den Weg vom und zum Putzplatz.

Sonntag, 5. April 2015

Coaching Tage

Viel zu schnell sind die beiden Coachingvormittage mit Michaela (www.clickertrainingpferde.com) vorbeigegangen. Michaela war mir sofort sympathisch und zudem hatten wir Glück mit dem Wetter. Zumal es den Tag davor und den Tag dazwischen sehr geregnet beziehungsweise auch geschneit hat und kalt war. So hatten wir also optimale Trainingsbedingungen.

Am Freitagmorgen sprachen wir zunächst über die aktuelle Situation, wie ich Gauti bekommen habe, welche Erfahrungen ich im Vorfeld hatte und all diese Dinge die insgesamt auch wichtig sind. Dann ging es schon los mit der Praxis. Ich wurde von Michaela zunächst genau beobachtet: ich zeigte ihr,  wie ich Gauti putze und wie ich in dieser Situation mit ihm umgehe. Nach dem Putzen kam schon die erste "Prüfung": ich führte Gauti runter zum Roundpen. Es hat super geklappt und ich habe mich sehr darüber gefreut. Im Roundpen ließ ich Gauti dann frei laufen, damit der sich erst mal austoben kann. Da unser Problem nach wie vor das Führen ist und Gauti immer noch davonstürmt, wollten wir auf jeden Fall daran arbeiten. Zudem wollte ich auch daran arbeiten, dass Gauti sein Futter sanfter von der Hand nimmt und solche Unfälle nicht mehr passieren, dass die halbe Hand von mir in seinem Maul verschwindet.
Michaela stellte fest, dass die Art, wie ich Gauti das Futter reiche, etwas ungeschickt ist. Das Futter richtig zu präsentieren bedeutet, dass ich stabil stehen muss und das Futter dort präsentiere, dass es Gauti direkt von der Hand auf wie auf einem flachen Teller nehmen kann. Mein Fehler ist, dass ich immer das Futter zu weit unten reiche und so mit der Hüfte einknicke und mich krumm mache. Dadurch verliere ich zu viel an Stabilität und Gauti beginnt, dem Futter "nachzujagen". Meine Aufgabe ist es also, die Füttertechnik noch mal intensiv zu üben. Hierzu musste ich als Hausaufgabe erneut die Videos von Alexandra aus dem ersten und zweiten Teil anschauen, einschließlich das Zurückfüttern.
Nach diesen ersten beiden Stunden am Freitag war ich ganz schön geplättet. Aber es hat riesig Spaß gemacht. Wir beschlossen, dass wir heute am Sonntag dann die Führtechnik gemeinsam üben und Michaela mir dafür die Stricktechnik erklärt, die eigentlich erst im zehnten Teil des Online-Kurses dran kommt.

Gleich vorweg: ich liebe die Stricktechnik jetzt schon. Die 3 Stunden Training heute sind wie im Flug an mir vorbeigerauscht. Trainingsinhalte waren: "The Grown ups are talking", Futtertechnik und Stricktechnik. Meine Karotten habe ich deutlich größer geschnitten. Allerdings benötige ich dafür jetzt mehr als die doppelte Menge, was aber nichts macht. Zudem habe ich mir eine neue Bauchtasche geleistet, in die ich jetzt viel leichter hinein greifen kann und einzelne Möhrenstücke gut greifen kann.
Die Stricktechnik fasziniert mich vollkommen. Auch finde ich es toll, wie man über die Körperhaltung und über fließende eindeutige Bewegungen für das Pferd so unglaublich deutlich werden kann. Sehr schnell hat Gauti verstanden, was er tun soll. Er ist sehr entspannt neben mir her gelaufen. Heute habe ich unglaublich viel Inspiration erfahren dürfen und weiß nun, wie ich mit Gauti weiter machen werde. Das Clickern ist für mich spätestens dieses Wochenende zu einer Basis im Training (Lebenseinstellung? Besseres Wort?) geworden und ich möchte Gauti auch später beim Reiten entsprechend clickerkonform ausbilden.

Ich freue mich jetzt schon auf ein weiteres Zusammentreffen mit Michaela. Am Schluss habe ich mir noch eine DVD (why would you leave me?) von Alexandra bei Michaela gekauft und ich bekam noch einen schönen roten Knackfrosch geschenkt, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Liebe Michaela, falls du das hier liest: ich möchte mich noch mal recht herzlich bei dir bedanken! Es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

Freitag, 27. März 2015

Freundschaftsantrag?

Nachdem in letzter Zeit der Weg zum Roundpen gut geklappt hat, war ich heute umso erstaunter, das Gauti heute so rumzickt. Mag sein, dass der Frühling gejuckt hat oder weil ein ander Isi im Roundpen  war. Es wurde also eine Herausforderung. Vor allem in dem Moment, wo wir dann am Roundpen vorbei gegangen sind. Und dann war da noch das verlockende Gras. Die Miteinstellerin wollte mir schon eine Gerte reichen, um Gauti nach vorne etwas abzubremsen. Doch ich weiß, dass grade in solchen Situationen eine Gerte auch nicht hilft und mir eher lästig ist (wobei ich absolut kein Gerten-Gegner bin!). Alles in allem also echt anstrengend. Und doch: mit Ruhe und Geduld brachte ich ihn dann auf der Ovalbahn immer wieder ganz kurz zum zuhören. Ich hab ihn belohnt, wenn er ruhig war und so schafften wir es dann tatsächlich nach einiger Zeit gradeaus zu gehen. Wurde er zu schnell, lief ich eine kleine Volte. Anfangs war das öfter notwendig, dann immer weniger. Und nach 2-3 Runden hatte ich ein halbwegs entspanntes Pferd an meiner Seite. Ich war stolz wie Bolle! Natürlich schielte er noch zum Gras... ABER: Er hat nicht ein einziges Mal rüber geschnappt! Das war erstaunlich! Was passiert denn da grade?

Nach diesen 2-3 Runden war der Roundpen leer und ich konnte mit Gaut hinein. Er durfte sich erst etwas austoben und kurz nach dem Handwechsel kam er zu mir rein. Er stellte mich schräg vor mich hin und senkte seinen Kopf so, dass ich ihn genau an der Stirn streicheln könnte, ohne mich vom Fleck bewegen zu müssen. Ich nahm seine Einladung an und er hielt still. Es war ganz ruhig um uns. Es war so ein magischer Moment! Er hat sich von mir noch nie gerne an der Stirn anfassen lassen. Und jetzt das! Wow.

Da Gauti es liebt mit den Pylonen zu spielen, bastelten wir weiter am "schmeiß um". Das hat er auch hervorragend gemacht und beißt inzwischen auch nicht mehr rein. Und dann ist ihm gelungen, die Pylone wieder aufzustellen! JACKPOT! Er hat bestimmt noch 3-4 mal die Pylone umgeschmissen und wieder aufgestellt... So gingen mir dann fast die Leckerli aus. Und es war ein guter Moment aufzuhören. 

Heimfahrt mit Dauergrinsen.

Dienstag, 24. März 2015

Dinge, die helfen

Freitag und Sonntag bin ich mit einem ganz anderen Bewusstsein zu Gauti. Ich habe mir nochmals ins Gedächtnis geholt, was und wohin ich will. Ich erinnerte mich nochmal ganz bewusst an all das, was ich ja schon gelesen habe: Schreien, am Halfter zerren, mit dem Strick Abwehren... alles Dinge, die nicht funktionieren. Die Alternative: ruhig bleiben, ignorieren, ggf. Abwenden, wenn möglich. 

Interessant war, dass Gauti mich gar nicht erst herausgefordert hat. Wir machten bisschen Führen in Stellung, er durfte davor natürlich frei laufen und wir clickerten das Nasentarget. Die Futtergabe klappt sehr gut und ich mache sie jetzt auch sehr achtsam. D.h. In seinem Bereich, immer am Halfter, ganz flache Hand. Ich bin sicher, dass wir das noch hin bekommen.

Da ich immer noch Blasen an den Fersen habe, verzichte ich aufs spazieren gehen. Aber auch, weil er grade dort Stress bei mir auslöst, weil er so zügig vorwärts läuft, anstatt schön neben mir her (was er aber kann!). Deswegen richte ich alle Übungen auch grade danach aus, dass er a) Abstand hält und b) in meiner Höhe neben mir geht. Am Karfreitag und Ostersonntag werde ich gecoacht, dann seh ich weiter.

Ich glaube, dass Gauti aus zwei Gründen schnappt: Wenn ich zu dicht neben ihm laufe oder wenn er seiner Meinung nach was echt gut gemacht hat und ich das nicht honoriert habe. Das Zweite kann ich ihm vermutlich mit sturer Ignoranz abgewöhnen. Das Erste muss ich mal noch beim Coaching hinterfragen.